
Veröffentlichung von drei neuen CDs in der Reihe „Voix Etouffées – Missing Voices“
Editions Hortus, Band 1: Nov. 2024, Band 2: Juni 2025, Band 3: Dez. 2025
Unter der künstlerischen Leitung von Thomas Tacquet und Dimitri Malignan, „Voix Etouffées – Missing Voices” eine Sammlung, die Komponisten gewidmet ist, die Opfer des Totalitarismus wurden, insbesondere denen, die vom Nationalsozialismus verfolgt wurden, seien sie nun bekannt oder unbekannt, zum Schweigen oder zum Exil verurteilt, ermordet oder in der Deportation ums Leben gekommen.
Der Verlag Hortus plant in Zusammenarbeit mit dem Forum „Voix Étouffées” und dem Projekt „Missing Voices” die Veröffentlichung von acht CDs zwischen 2024 und 2026, die den Werken von Arnold Schönberg, Henriëtte Bosmans, Joseph Kosma, Dan Belinfante, Erich Itor Kahn und anderen gewidmet sein werden.
Ende 2025 übergab Thomas Tacquet dem Europäischen Institut für Jüdische Musik die ersten drei Bände dieser Sammlung.
Arnold Schönberg, l’arrangeur arrangé

Diese letzte Aufnahme von Amaury du Closel (1956 – 2024), Gründer des „Forum Voix Etouffées” im Jahr 2005, präsentiert drei bedeutende Werke von Arnold Schönberg: „Erste Kammersymphonie” op. 9 ; „Das Buch der hängenden Gärten” op. 15 ; „Fünf Orchesterstücke” op. 16.
Arnold Schönberg (1874–1951), auch Schoenberg genannt, war ein deutscher Komponist, der die Musik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts revolutionierte. Als berühmter Theoretiker, Maler und Autor von Werken und Arrangements war er eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Wie viele assimilierte Juden konvertierte er im Jahr 1898 zum Protestantismus und litt in den 1920er Jahren unter dem zunehmenden Antisemitismus. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers in Deutschland und der Verabschiedung des „Gesetzes zur Wiederherstellung des deutschen Staatsdienstes” am 7. April 1933 musste Schönberg seine Tätigkeiten aufgeben, darunter auch seinen Kompositionsunterricht an der Preußischen Akademie der Künste.
Er wurde vom NS-Regime als „entartet” eingestuft und musste Deutschland verlassen. Er verbrachte einige Monate in Frankreich, wo er am 30. Juli 1933 in der Synagoge in der Rue Copernic in Paris wieder zum Judentum konvertierte, bevor er endgültig in die USA ins Exil ging. Dort unterrichtete er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1944 Komposition in New York, Boston und an der Universität von Los Angeles.
Von den Nationalsozialisten als „der entartete Musiker schlechthin“ betrachtet, war Schönberg eines der berühmtesten Opfer ihrer antisemitischen Politik.

Henriëtte Bosmans, le diable dans la nuit

Henriëtte Bosmans war eine in der Zwischenkriegszeit renommierte Komponistin und Konzertpianistin, die nach ihrem Tod zu Unrecht in Vergessenheit geriet. Ihre Karriere wurde durch die Besetzung der Niederlande durch die Nationalsozialisten und die antisemitischen Verfolgungen, denen sie ausgesetzt war, ernsthaft unterbrochen. Die CD „Le Diable dans la nuit” rückt ihre Instrumental- und Vokalmusik wieder in den Vordergrund.
Ein Werk voller Farben und Kontraste, das viel zu lange vernachlässigt wurde und nun von Elizaveta Agrafenina (Sopran), Sarah Bayens (Violine) sowie Dimitri Malignan (Klavier und Leitung) wunderschön interpretiert wird.

Joseph Kosma, à la belle étoile

Der ungarisch-jüdische Komponist Joseph Kosma (1905-1969) musste wie Brecht, Weil und Eisler 1933 aus Berlin fliehen. Mit seinem Stück „À la Belle étoile” (1935) feierte er sein Debüt in Paris, wo er Prévert traf, sich politisch engagierte und Filmmusiken sowie Lieder komponierte. Das vorliegende Album hat sich zum Ziel gesetzt, bisher unbekannte – oder sogar unveröffentlichte – Werke für Chor, Klavier und Gesang zu präsentieren, die im Laufe seiner Begegnungen, insbesondere mit den Widerstandskämpfern Madeleine Riffaud und Henri Bassis, und in Treue zu einem revolutionären Ideal entstanden sind (wie „Si nous mourrons”, das auf einem Brief von Ethel Rosenberg an ihre beiden Söhne basiert).
Diese CD wird durch die inspirierte Interpretation der Sopranistin Catherine Trottmann, der Mezzosopranistin Anne-Lise Polchlopek, des Geigers David Moreau und des Chors Fiat cantus unter der Leitung und Klavierbegleitung von Thomas Tacquet wunderbar ergänzt.
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