Commando Musik

Von Willem de Vries

Éditions Buchet-Chastel, Oktober 2019, 413 S.

Willem de Vries wurde 1939 in Amsterdam geboren und hat in Musikwissenschaft promoviert. Während der Abfassung seiner Dissertation, zwischen 1984 und 1991, über das Thema “Darius Milhaud und der Jazz” entdeckte er die Existenz des Kommandos “Musik”, dem er dann seine Forschungen widmete.

Der Raub jüdischen Eigentum durch die Nationalsozialisten betraf sowohl Immobilien als auch Unternehmen, Kunstwerke, Bücher usw. Die kulturelle Dimension von Plünderungen und Enteignungen wurde von der Rosenberg-Organisation (ERR) eingeführt, die 1940 mit dem Ziel gegründet wurde, das jüdische Kulturleben in ganz Europa zu beseitigen.

Die am wenigsten bekannte Dimension dieser Enteignungen betrifft die Musik: In der Tat wurde ein Sonderstab Musik, bestehend aus bedeutenden deutschen Musikwissenschaftlern, geschaffen, um Instrumente, Partituren und Manuskripte ausfindig zu machen und ihren Besitzern zu entziehen.

Dies ist das Thema dieser Arbeit von Willem de Vries, die mehr als zehn Jahre Forschung erforderte. Sie enthüllt zum ersten Mal die Organisation dieses Kommandos, das zwischen 1940 und 1944 mehrere hunderttausend Werke und mehrere zehntausend Instrumente und Partituren nach Deutschland “überführte”.

Der Komponist Darius Milhaud, die Pianisten Wanda Landowska und Arthur Rubinstein, der Musikkritiker Arno Poldès und der Cellist Gregor Piatigorsky gehörten zu den Opfern dieser massiven räuberischen Enteignungen, deren Akteure, Funktionsweise und Umfang endlich ans Licht gebracht werden.

Übersetzung von Laurent Slaars
Vorwort von Sonia Wieder-Atherton
Vorbemerkung von Corinne Hershkovitch

Die französische Übersetzung dieses Buches wurde von der Stiftung zur Erinnerung an die Shoah unterstützt.

Am 31. Januar 2020 findet in Sciences-Po in Paris (75007) ein Studientag zum Thema “Raubmusik” oder “Wie die Nazis das musikalische Europa plünderten”, statt.

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