Sofia Falkovitch Cantor

Chants hébraïques et chants d’amours - Bizet, Fauré, Rimski-Korsakov, Ravel - Hebrew and Love Songs

Sofia Falkovitch betont „Die Kantorenkunst ist eine einzigartige jüdische Kunst. Es handelt sich dabei um eine Disziplin, die darin besteht, die Gebete zu singen und die biblischen Texte zu rezitieren. Die Einzigartigkeit der Kantorenkunst besteht im Wesentlichen in der Improvisation. Von vorgegebenen musikalischen Modi ausgehend, kann der Kantor (Hazzan) improvisieren und so dem Text, immer wieder aufs Neue Leben einzuhauchen. Die Improvisation passt sich den unterschiedlichen Lebensbedingungen an und verhindert somit, die Festlegung eines Texts auf eine einzige Melodie.“

Dieses Repertoire jüdischer Musik ist einzigartig, dabei ist die in Paris lebende Mezzosopranistin Sofia Falkovitch die erste Frau Europas und die einzige Frankreichs, welche zur Kantorin (Hazzan) ausgebildet wurde und welche die Kantorenkunst als eine solche darbietet.

Nach einem mehrjährigen Studium der Musik und der Kantorenkunst, bei den besten Professoren und Kantoren (Chazzanim) in Israel, Europa und den Vereinigten Staaten, hat sich die Sängerin ein umfassendes Wissen über das Musikerbe der Kantorenkunst aneignen können. Sie gibt regelmäßig Konzerte in ganz Europa, in Israel, Kanada und in Asien. Dabei steht stets der interkulturelle und interreligiöse Dialog, im Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Sofia Falkovitch wurde in eine Künstlerfamilie, in Moskau geboren und wuchs in Berlin auf. Sie studierte Musik, bildende Kunst und Journalismus in Deutschland und Kanada.

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Bei der Auswahl der auf dieser CD enthaltenen Stücke und ihrer entsprechenden Reihenfolge, handelt es sich um eine bewusste Entscheidung der Künstlerin. Die CD beginnt mit dem Gebet Sim Shalom aus der „Amida“, welches auf sanfte wie auch intensive Weise mit einer improvisierten Einleitung des Orchesters im bekanntesten Modus der Kantorenkunst beginnt. Sofia Falkovitch komponierte den Refrain im „Ahava Rabba“-Modus, welcher im Französischen manchmal auch als rührseliger jüdischer Modus bezeichnet wird.

Das zweite Stück Trois mélodies traditionelles wurde dem Gottesdienst der großen jüdischen Feiertage (Rosch ha-Schana und Kippur) entnommen. Bei dem dritten Stück Meyerke Mayn Suhn handelt es sich um ein jiddisches Volkslied, welches von Maurice Ravel vertont wurde. Das vierte Stück Kaddish ist eines der Gebete, die am häufigsten in liturgischen Momenten gesprochen werden. Auf der CD ist eine Fassung des Gebets enthalten, welche mit einer alten Melodie der großen Feiertage versehen ist und welche von Maurice Ravel harmonisiert wurde.

Das fünfte Stück Vocalise wurde von Lidia Kalendareva und Alin Oprea komponiert und ist ein Stück, welches speziell für Sofias Stimme und das Kammerorchester geschrieben wurde. (Es gewann den ersten Preis des Internationalen Rachmaninov Kompositionswettbewerb). Das 6. Stück Cantique des cantiques (Shir Hashirim) wurde nach der restituierten Kantillation von Suzanne Haïk-Vantoura geschaffen.

In der Tora singt Miriam Shirat Hayam die berühmte Cantique de la mer, welche das siebte Stück der CD darstellt. Miriam ist das gelungene Beispiel, einer singenden Frau. Das vorliegende Stück versteht sich demnach, als eine Hommage an diese Musiker-Pionierin der jüdischen Tradition.

Das Thema der Liebe, aber auch der Träume und der Sehnsucht wird sowohl auf Russisch, mit dem achten Stück Chanson Hébraïque von Rimski-Korsakov als auch auf Französisch mit dem neunten Stück Après un rêve de Fauré aufgegriffen. Das Thema der Liebe zwischen zwei Menschen wird in Bizets Carmen (Stück 10 und 11) auf ganz herrliche Weise dargestellt.

Das symbolische Lied der Hoffnung Eli Eli (Mein Gott) (Stück 12) wurde von der berühmten Dichterin Hannah Szenes geschrieben. Dieses Lied, das in Israel sehr beliebt ist, kann als “weltliches Gebet” verstanden werden. Es handelt sich dabei, um das Werk einer jungen Dichterin, welche unter heroischen und tragischen Umständen verschwand. Sie wirft darüber hinaus auch die Frage auf, ob es Spiritualität auch außerhalb eines religiösen Rahmens geben kann.

Ein Vers aus den Psalmen Hine Ma Tov (Stück 13), welches von Léon Algazi vertont wurde, lautet: „Es ist schön und angenehm, dass wir uns alle als Brüder versammeln“. Diese Komposition bleibt der jüdischen Musiktradition treu, indem sie Refrain und Strophe kontrastiert und dabei Raum für Improvisation lässt.

Schließlich gibt es noch das letzte Stück der CD, das jiddische Lied Mu Adabru (Stück 14), welches in seinem Text verschiedene Bestandteile der jüdischen Tradition aufgreift und deshalb auch als eine Art spielerisches Lehrbuch verstanden werden kann.

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