Klezmer’s Afterlife: An Ethnography of the Jewish Music Revival in Poland and Germany

Von Magdalena Waligorska

Oxford University Press, 17-10-2013, 320 S.

Klezmer-Musik war schon immer ein kontroverses Thema, seit die traditionelle jüdische Hochzeitsmusik in die Konzertsäle und Diskotheken von Berlin, Breslau, Budapest und Prag einzog. Da sie hauptsächlich von und für Nichtjuden gespielt wird, wurde sie als „falsche Lklore“, „jüdisches Disneyland“ und sogar als „kulturelle Nekrophilie“ bezeichnet.

Klezmer’s Afterlife, was man mit „Das zweite Leben des Klezmer“ übersetzen kann, ist das erste Buch, das sich mit dieser faszinierenden Musikszene in Mitteleuropa auseinandersetzt und Musiker, Produzenten und Konsumenten dieser wiederbelebten Klezmermusik zu Wort kommen lässt. Indem die Autorin Magdalena Waligorska die gängigen Annahmen in Frage stellt, dass die Wiederbelebung des Klezmers in Deutschland und Polen lediglich das Ergebnis eines Schuldgefühls ist, das in den Jahren nach der Shoah entstand, untersucht sie die Folgen des Klezmer-Booms an diesen Orten.

Indem sie nicht nur eine Dokumentation der Klezmer-Renaissance in zwei der europäischen Hauptstädte Krakau und Berlin sowie eine Analyse der dadurch erzeugten Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden bietet, zeigt Waligorska, wie die Klezmer-Renaissance das Bild des Juden in der polnischen und deutschen Populärkultur dupliziert und neu erfindet, wie diese Musik schließlich zum Soundtrack der Shoah-Gedenkfeiern wird und wie sie als leuchtendes Beispiel für den Erfolg der lokalen Kulturpolitik herangezogen wird. Klezmer’s Afterlife durchläuft zahlreiche Themenbereiche wie Musikwissenschaft, Ethnomusikologie, Geschichte und Soziologie und wird das Interesse vieler Forscher auf dem Gebiet der jüdischen Kultur und der kulturellen Beziehungen im Mitteleuropa nach der Shoah wecken, aber auch von Lesern, die sich allgemein für Klezmer-Musik und musikalische Wiedergeburten interessieren.

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