Die Slichot im tunesischen Ritus

Eine Auswahl von Slichot, gespielt von Raphael Ebgui, Avishay Levi, Arie Ovadia, Yaniv Ben Mashiah und Doudou Derhy

Die Slichot sind Gebete der Buße und Reue, mit denen der Gläubige bei Gott, für die begangenen Sünden, um Vergebung bittet. Dieser Brauch basiert auf den 13 göttlichen Attributen der Barmherzigkeit, die der Überlieferung nach, Moses von Gott übergeben wurden (Exodus, 34, 6-7).

Ursprünglich wurden die Slichot während der Jom-Kippur- und Fastengottesdienste gelesen. Dann weitete sich der Brauch auf die 10 Tage (Jamim Noraim), zwischen Rosch ha-Schana und Kippur aus. Die aschkenasische und die chassidische Gemeinschaft sprechen die Slichot an dem Samstag, welcher dem Fest Rosch ha-Schana (um mindestens vier Tage) vorausgeht. Die sephardischen Gemeinschaften wiederum, lesen sie ab dem 1. Elul, vierzig Tage lang bei Sonnenaufgang und vor dem Morgengebet.

Auf der folgenden Playlist ist eine Auswahl an Slichot, in verschiedenen Varianten des tunesischen Ritus, zu hören. In Tunis und Djerba finden sich auch heute noch die bedeutendsten jüdischen Gemeinden wieder, mit welchen die Namen der Paytanim (religiöse Poesieautoren) und Sänger wie Yaakov Bchiri oder Raoul Journo assoziiert werden.

Anzumerken ist die Tatsache, dass der tunesische Ritus von der oranasischen Tradition beeinflusst wurde. Dessen Wurzeln, liegen wiederum im spanischen Judentum des 15. Jahrhunderts und im italienischen Judentum der Granas aus Livorno. Der Ritus Djerbas wurde seinerseits durch lybische und ägyptische Einflüsse geprägt.

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