Sutzkever Project

Gedichte von Avrom Sutzkever, Musik von Olivier Milhaud

Die CD Sutzkever Project entstand 2010 aus der Begegnung des Komponisten, des Großneffen des Komponisten Olivier Milhaud, mit der Jiddisch-Lehrerin und Übersetzerin Batia Baum. Im Laufe des Treffens, erwähnte Batia Baum die Persönlichkeit und das faszinierende Werk des Dichters Avrom Sutzkever. Ein beeindruckendes Werk, in welchem der Dichter die Sterne in der Kanalisation des Wilnaer Ghettos aufgehen sieht oder sich einen Sonnenuntergang in seinem eigenen, mit Kalk vermischten Blut vorstellt. Sutzkevers jiddische Poesie vereitelt somit die Gräueltaten, indem sie die Welt mit etwas Leben und Schönheit neu entstehen lässt…

Verführt von den Texten dieses großen Dichters, verspürte Olivier Milhaud das Verlangen, sie musikalisch zu vertonen. Aus den Begegnungen, 2015 mit der Sängerin Melanie Gardyn und 2016 mit der Pianistin Natacha Medvedeva, entstand das Sutzkever Project. Dieses gewann 2017 den ersten Preis des Internationalen Festivals für Jüdische Musik in Amsterdam, sowie den Mira-Rafalowicz-Preis für die beste jiddische Darbietung.

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Die CD Sutzkever Project wurde 2018 veröffentlicht und enthält 12 Gedichte von Avrom Sutzkever, welche ganz unterschiedliche Themen und Welten behandeln:  Die siberische Natur, verbunden mit dem Tod des Vaters (Sibir), die Natur, welche durch zwei verliebte und miteinander verwachsene Bäume dargestellt wird (Tsvey beymer), ein verlassenes Nest (Di farloyrene nest), das Gebet und die Erinnerung an den Großvater (Tikn os), die Genesis und das Ende des Paradieses (Der boym fun leben, Der boym fun visn), das zu einer Art Bildgedicht verklärte Grauen einer Vision (Farfroyrene yidn, ikh lig in an orn), das Grauen wiedermal in einer zynischen Melodie (A vogn shikh), die Vorstellung eines Sonnenuntergangs in Kalk als Gedichtverse (Di sturmisten) oder die Desillusionierung einer Ära (Penemer in zumpn), eine mystische Befragung (Tsou vemen geher ikh?), zum Leben erweckte Worte – die Fiedelrose (Di fidlroyz), eine Erscheinung oder ein Traum?  – die Tänzerin (Di tentserin).

Jedes Lied geht von einem musikalischen Ausgangspunkt aus (wie etwa einem Wort, einem Leitmotiv für Sutzkever), d.h. einem harmonischen, melodischen und/oder rhythmischen Motiv, aus dem der restliche Text entfließt.

Olivier Milahuds Musik, welche von der jüdischen Liturgie inspiriert ist und von Mélanie Gardyn und Natacha Medvedeva großartig dargeboten wird, reiht sich ein, in die Tradition von Bloch, Ravel, Eisler, Schostakowitsch…

Ein voller Erfolg!

Biografie von Avrom Sutzkever

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