Epstein Brothers

Abgeschriebene und übersetzte Notiz von Patrick Berman

Das Orchester der Epstein-Brüder (auch unter dem Namen Epstein Brothers bekannt) war ein jüdisches Musikerquartett der Vereinigten Staaten, das vor allem Klezmer-Musik spielte.
Die vier Brüder aus New-York waren: Max Epstein (1912-2000), Isidore „Chi“ Epstein (1913-1986), William „Willie“ Epstein (1919-1999) und Julius „Julie“ Epstein (1926-2015).

Max fing an, die Geige anlässlich der Projektion von Stummfilmen zu spielen, als er 12 Jahre alt war. Mit 16 begann er mit dem Saxofon, dann der Klarinette. Sehr bald spielte er in jüdischen rumänischen und russischen Kabaretts. Sein Stil war von älteren immigrierten Musikern beeinflusst, nämlich Dave Tarras, Naftule Brandwein und Sam Beckerman, die dazu beitragen, sein Repertoire mit den Traditionen der vorkommenden Generationen von Klezmorim aus Osteuropa zu erweitern.

Sein Bruder Isidore „Chi“ Epstein, der das Saxofon und die Klarinette spielte, trug dazu bei, das Interesse seiner Brüder für die Musik zu erregen. Willie Epstein wurde ein führender jiddischer Trompeter seiner Generation, dank seiner Mitarbeit mit den maßgeblichen jüdischen Tanz- und Theaterorchestern. Julie begleitete Max ab 17, und gewann schnell einen Ruf als führender Schlagzeuger in der jüdischen Musik.

Die Epstein Brothers spielten ab dem Ende der 40er Jahren zusammen, nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu dieser Zeit bestand ihr Repertoire vor allem aus chassidischer traditioneller Musik, Folge der Massenauswanderung von überlebenden osteuropäischen Juden nach dem Holocaust. Als Gruppe machten die Epstein Brothers mehrere Tourneen in den Städten von New-Jersey, Pennsylvania, Maryland, Massachusetts und Michigan, sowie in Toronto und Montreal, da sie überall spielten wo sich jüdische Gemeinschaften befand, und vor allem für die Lubawitsch-Gemeinschaften (die größte chassidische Bewegung). Ihre Musik war auch für die griechischen und italienischen Hochzeiten sehr beliebt.

Ihr ganzes Leben lang haben die Epstein Brothers von ihrer Musik gelebt, die sie vor allem zur Unterhaltung in New Yorker Stadtteilclubs und Festsälen spielten.

Zu ihren Verdiensten zählt man mehrere Aufnahmen chassidischer Musik für die Labels Tikva und Menora. Aber da sie Musik lesen könnten, spielten die Brüder nicht nur traditionelle jüdische Musik, sondern auch populäre Tanz- und Jazzmusik.

Am Ende der 60er Jahren richteten sie sich alle in Florida, wo sie ihre Klezmer-Gruppe wiederbilden. Chi starb 1986, und die drei Brüder führten ihre Musiktradition fort. Um die Mitte der 90er Jahren gaben die drei Brüder, fast in Ruhestand, noch 4 bis 5 Konzerten per Woche im Südflorida, und zu dieser Zeit kannte den Klezmer eine Wiedergeburt in Amerika und im Ausland. Noch einmal wurden die Epstein Brothers Vertreter einer Tradition, die sie im Laufe der Jahre immer unterstützt hatten.

1996 spielten Max, William und Julie im Dokumentarfilm „A Tickle in the Heart“, der die Geschichte der vier Brüder berichtet. 1998 bekamen sie den National-Heritage-Preis, vom National Endowment fort he Arts verliehen.

William starb am 2. Juli 1999, Max am 18. März 2000 in Fort Lauderdale, Florida, und Julius Epstein soll im Jahr 2015 verstorben sein.

Hören Sie das Interview (auf Englisch) der Epstein Brothers von Neil W. Levin und Barry Serota für die Milken Archive an

Documents joints

0:00
0:00

Sie werden auch gefallen

Léon Algazi (1890-1971), ein Pionier der jüdischen Musik in Frankreich

In der Reihe "Lebenswege" enthüllt Jacques Algazi (1934-2021) das Leben seines Vaters Léon Algazi (1890-1971), eines unermüdlichen intellektuellen Musikers rumänischer…

Sefarad in the piano – Toni Costa

Inspiriert von jüdisch-spanischer Volksdichtung, Jazz, alter Musik und den populären Rhythmen des Flamenco, dekliniert der Pianist Toni Costa auf dieser…

The Hoffman Book

Vorgestellt von Susan Watts. Herausgegeben von Ilana Cravitz, Dr. Hankus Netsky und Dr. Hannah Ochner, The Hoffman Book ist eine…