Die musiktraditionen der Äthiopischen Juden

Dieser Text entstammt dem Werk Musiques liturgiques juives: parcours et escales – Hervé Roten – Actes Sud et Cité de la Muisque, 1998, Paris

Entdecken Sie die Geschichte und die Musik der äthiopischen Juden

Der mündlichen Überlieferung zufolge, handelt es sich bei den äthiopischen Juden um die Nachkommen Meneliks, den Sohn, welcher der fleischlichen Vereinigung zwischen der Königin von Saba und dem König Salomon entstammte.

Es existieren heute drei Erklärungsansätze, bezüglich der Herkunft der äthiopischen Juden. Der erste Ansatz neigt dazu, diese Juden, welche Beta Israel (Haus Israel) oder auch Falaschah (abwertender Begriff, der so viel wie „wurzellos“ oder „Exilanten“ bedeutet) genannt werden, als Nachkommen der jüdischen Bevölkerung zu betrachten, welche nach der Zerstörung des Ersten Tempels an diesem Ort Zuflucht fand. Spätere Auswanderungen, insbesondere aus Ägypten, sind ebenfalls nicht auszuschließen. Der zweite Ansatz bezieht sich auf die Konversion einer einst äthiopischen christlichen Gemeinde zum Judaismus.  Der dritte Ansatz vertritt schließlich die Meinung, dass die ethnische Gruppe der Beta Israel aus verschiedenen einheimischen Bevölkerungsgruppen entstanden ist, deren jüdische Identität sich so über die Zeit hinweg allmählich herauskristallisierte. Heute gibt es keine Juden mehr in Äthiopien. Die massive Auswanderung der äthiopischen Juden fand in drei aufeinanderfolgenden Wellen statt: Die Operation Moses (1984), die Operation Saba (1985) und die Operation Salomon (1991).

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Infolge des israelischen Integrationsprozesses, begann der Musikethnologe Simha Arom 1986 damit, eine Gruppe von Forscher um sich zu versammeln, um die Traditionen der äthiopischen Juden zu bewahren und zu untersuchen.

Die äthiopische Liturgie besteht aus gesprochenen und gesungenen Gebeten, welche ausschließlich von Männerstimmen auf Ge’ez (einer altäthiopischen Sprache) vorgetragen werden. Es ist darüber hinaus bemerkenswert, wie stark die Musik der Beta Israel zwar einzigartig, dennoch aber auch in ihrem geographischen Kontext verankert ist. Die Klänge der Musik zeugen von ihrer afrikanischen Herkunft. So wird erneut deutlich, wie stark die jüdische Musik in der Lage ist, sich an Sprachelemente aus den umliegenden  Kulturen aufzunehmen, oder diese gar zu übernehmen. [1]1. : Auszug aus dem Werk Musiques liturgiques juives : parcours et escales – Hervé Roten – Actes Sud et Cité de la Musique, 1998, Paris.

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References
1 1. : Auszug aus dem Werk Musiques liturgiques juives : parcours et escales – Hervé Roten – Actes Sud et Cité de la Musique, 1998, Paris.

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