Dix mélodies (vol. 1), Cinq pièces pour piano von Fernand Halphen und Petit nocturne von Reynaldo Hahn

Veröffentlichung von zwei Partitursammlungen von Fernand Halphen und einer Partitur für Violine und Klavier von Reynaldo Hahn

FERNAND HALPHEN
Aus einer großbürgerlichen und kunstbegeisterten Familie stammend, lernte Fernand Halphen unter Joseph Marsick Violine spielen und fing dann unter Gabriel Fauré an, zu komponieren. 1888 nahm man ihn in die Klasse von Joseph Marsick im Conservatoire auf und lernte dort gemeinsam mit Florent Schmitt, Henri Büsser, Max d’Olonne, Charles Koechlin, Georges Enesco und Reynaldo Hahn und wurde 1896 mit dem zweiten Prix de Rome ausgezeichnet.

In seinem kurzen Leben komponierte Halphen fast hundert Melodien, mehr als dreißig Stücke für Piano, Duette (meist Violine und Piano), ein Streichtrio und ein Pianotrio, Orchestersuiten, eine Fauré gewidmete Sinfonie in c-Moll (1898) und Le Cor fleuri, ein lyrisches Märchen in einem Akt, welches am 10. Mai 1941 in der Opéra-Comique in Paris uraufgeführt wurde. Er schrieb außerdem zwei Psalmen und einen Lobgesang für die Synagoge, sowie zwei vom traditionellen hebräischen Gesang inspirierte Instrumentalstücke (Andante religioso und Prière). Als Kapellmeister eines Infanterieregiments im 1. Weltkrieg, starb er 1917 an den Folgen einer an der Front zugezogenen Krankheit.

Diese neuen Ausgaben wurden von Hervé Roten, Laura Schnapper und Célia Triplet, unter der Schirmherrschaft des Institut Européen des Musiques Juives erstellt. Im Institut befinden sich die Manuskripte, Partituren und Briefe von Fernand Halphen, hinterlegt von dessen Nachkommen. Sie wurden unter Berücksichtigung der Manuskripte des Komponisten und der 1906 von Astruc veröffentlichten Erstausgabe erarbeitet.

REYNALDO HAHN

Le Petit nocturne wurde am 1. Juni 1889 (Hahn war zu diesem Zeitpunkt noch keine 15 Jahre alt) komponiert. Es handelt sich dabei um ein unveröffentlichtes Werk, welches aus den Musikarchiven des Salons der Witwe Fernand Halphens stammt.

Reynaldo Hahn wurde in Caracas, als jüngstes von insgesamt neun Kindern einer katholisch venezolanischen Mutter und eines jüdisch-stämmigen deutschen Vaters, geboren. 1878 zog die Familie nach Paris. Er besuchte ab seinem elften Lebensjahr, das Pariser Conservatoire und wurde dort von Albert Lavignac und Jules Massenet in Komposition unterrichtet. In den 1890er Jahren besuchte er die Pariser Salons (auch den Salon Halphens), wo er seine Lieder mit Klavierbegleitung sang. Er begegnete dort Persönlichkeiten wie Stéphane Mallarmé, Edmond de Goncourt und sogar Marcel Proust, dessen Geliebter er wurde und bis 1896 blieb.

1920 wurde Reynaldo Hahn Gesangslehrer an der École Normale de Musique de Paris und arbeitete mit Pablo Casals, Jacques Thibaud und Nadia Boulanger zusammen. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, komponierte er zahlreiche Operetten und Musicals. Doch neben dieser modernen Musik, kehrte er zur Kammermusik zurück, einem Genre, welches er zuvor aufgegeben hatte.

Aufgrund seiner jüdischen Wurzeln verließ er 1940 Paris und ging zunächst nach Cannes und anschließend nach Monte-Carlo. 1945 kehrte er nach Paris zurück, wurde zum Mitglied der Académie des Beaux-Arts erwählt und wurde zudem Direktor der Pariser Oper. Am 28. Januar 1947 starb er schließlich an einem Hirntumor und wurde auf dem Friedhof von Père-Lachaise beerdigt.

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